Dietmar und Geli Unterwegs

2022 Balkanreise und Italien
8.Juli 2022 Nach Altamura und Gravina in Apulien

Ein heftiges Gewitter weckt uns 6.30 Uhr aus unserem süssen Schlummer. Da wir aber unter einem riesigen Dach standen, störte uns der Prasselregen nicht. 

Von Matera aus geht es  weiter Richtung Norden nach Altamura. Die Gegend ist nachweislich seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. besiedelt. Im 5. Jahrhundert v. Chr. entstand die hohe Mauer (alta mura), die der Stadt ihren Namen gab. Nach verheerenden Zerstörungen durch Sarazenen-Angriffe ließ Friedrich II. römisch-deutscher König und Kaiser des römisch-deutschen Reiches, Altamura im 13. Jahrhundert neu gründen und zur Handelsstadt ausbauen. Er war es auch, der den Bau der eindrucksvollen Kathedrale und des charakteristischen Gassensystems in Auftrag gab. Bei den „claustri“ handelt es sich um eine Vielzahl von verzweigten Sackgassen, die in Hinterhöfe münden. Sie dienten einst Verteidigungszwecken. 

In Altamura

Wir finden nach mühsamer Suche durch wieder engste Gassen einen Parkplatz und machen uns auf in das Altstadtgewirr.

Ganz reizend finden wir das Arco Basso, den kleinsten oder niedrigsten Torbogen Europas, der nur 1,40 m hoch ist.

Der Dom hat Mittagspause, so bewundern wir nur seine Löwentorwächter. Ein erneuter heftiger Platzregen nimmt uns die Lust an einer weiteren Stadtbesichtigung.

Wir suchen unser Auto und als wir dort sind, kommt ein fliegender Händler mit Sprechfunk und bietet Aprikosen an. Ehe ich mich versehe, habe ich einen Beutel mit mindestens 3 kg in der Hand. Sie sind sehr groß und lecker.

Unsere Fahrt geht weiter Richtung „Gravina in Puglia“, wieder eine Stadt mit Höhlen und einer Schlucht mittendurch.

Wir blicken auf Gravina

„Gravina in Puglia“ liegt auf 385m Seehöhe mitten in der Murgia. Die Murgia ist eine Hochebene auf Kalkfels. Dort befindet sich der Nationalpark Alta Murgia, einer von 24 Nationalparks in Italien mit Städten wie Altamura, Bitonto und „Gravina in Puglia“, und grenzt direkt an Matera, von wo wir kommen.

„Gravina in Puglia“ gehört zur Provinz Bari, und hat gut 40.000 Einwohner. Es gibt einen kompakten schönen Altstadtkern.

Wir fahren zunächst außen um die Stadt, um über die Schlucht den Blick zur Altstadt und zum Viadukt zu haben.

Park-und Übernachtungsplatz am Friedhof

Dann suchen wir in der Stadt einen Parkplatz, was sich wieder als fast unmöglich erweist. Erst am Friedhof findet sich eine Stelle, wo wir beschließen, auch über Nacht zu bleiben.

Doch zunächst machen wir uns auf in die schmucke Altstadt mit verwinkelten Straßen und Gassen, die immer wieder ein starkes Gefälle hin zur Schlucht (der Gravina) haben.

Es gibt eine große Kathedrale, viele neu gestaltete Plätze und das Aquädukt, das die Schlucht überspannt. Wir haben hier in verkleinerter Form alle Elementen, die Apulien ausmachen:

Grotten, die von ersten Besiedlungen zeugen, Wasserleitungen, die die regionale Entwicklung erst ermöglichten und sakrale Bauten, die „Gravina in Puglia“ zu einem beliebten Hochzeitsort machen.

Gravina ist in den letzten Jahren auch mehrmals Filmschauplatz gewesen, einmal bei „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ und der James Bond Film „No Time to Die“ wurde teilweise hier gedreht.

Die Gegend um „Gravina di Puglia“ ist sehr geschichtsträchtig. Die Stadt  liegt an der Via Appia, die Brindisi und Rom schon seit vielen Jahrhunderten verbindet, und es gibt Spuren von Friedrich II. 

Nachdem wir uns wieder vor einem Regenschauer in Sicherheit gebracht haben, suchen wir noch einen Blick zum Aquädukt, das oft auch als römische Brücke bezeichnet wird. Die Brücke ist 37m hoch, 90m lang und 5,5m breit. Sie gibt es wahrscheinlicht seit 1696.

Der Regen verwischt die Bilder und lässt uns flüchten. Mit völlig durchweichten Schuhen kommen wir am Auto an und sind froh, endlich im Trockenen zu sein. Der Regen hört auf und wir haben eine kühle Nacht, 19 Grad. Um 3.30 Uhr werde ich von Maschinenlärm aus dem Schlaf gerissen. Was geht da los? Eine Straßenkehrmaschine fährt um uns herum und das mehrmals!

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